Lernziele setzen — Unterrichtsvorbereitung

Für ein leckeres Essen braucht es delikate Zutaten, für einen tollen Unterricht hingegen braucht es Fachwissen gepaart mit Erfahrung. Kurz: Man muss etwas zu sagen haben und damit Feuer bei den Lernenden entfachen können.

Wie bei Gewürzen ist auch beim Lehren das inhaltliche Zusammenspiel entscheidend. Pfeffer und Salz oder Praxis und Theorie, wobei Letzteres unerlässlich ist, um die Zusammenhänge zu verstehen. Der Praxisbezug bildet dabei den Mehrwert jeder Schule. Fehlt dieser, bleibt die Theorie übrig, welche die Lernenden auch im Selbststudium erarbeiten können.

In einer Serie über die Unterrichtsvorbereitung will ich die wichtigsten Punkte dazu sammeln und jeweils kurz erläutern. Zu Beginn geht es um die Lernziele im Unterricht.

Lernziele für die Lernenden ausarbeiten

Entscheidend für jede Unterrichtssequenz ist das Wissen über Ihre Zielgruppe. Wer sitzt vor Ihnen? Hierzu hilft eine Methode aus dem Marketing: Stellen Sie sich einen Lernenden im Kopf vor. Je genauer Ihr Bild der Zielgruppe ist, desto mehr hilft Ihnen die Vorstellung bei der Vorbereitungsarbeit. Folgende Informationen können dafür helfen:

  • Alter: Wie alt sind die Lernenden? Bei Jugendlichen und Kindern: Wie weit ist das Gehirn entwickelt?
  • Wissen: Sind bereits Kenntnisse zum Thema vorhanden? Wo können Sie anknüpfen und aufbauen?
  • Fähigkeiten:  Welche Kompetenzen sind bereits gegeben (z.B. vernetztes Denken)?
  • Gesamtziel: Was ist das Ausbildungsziel (z.B. ein Abschluss)? Gibt es bereichsnahe Fächer, die man einbeziehen könnte?

Nun gilt es, die Ausgangslage oberhalb, mit dem angestrebten Bildungsziel, zu vergleichen. Überlegen Sie sich, was Ihre Lernenden anschliessend wissen und können müssen.

Lernziele verfassen

Auf Basis der vorlaufenden Schritte planen Sie nun die Lernziele. Ein gutes Lernziel ist:

  • realistisch
  • quantifiziert (mengen-, zahlen- oder wertmässig beschreibbar)
  • für die Lernenden verständlich

Überlegen Sie sich, auf welche der nachfolgenden drei Bereiche Sie sich beziehen:

  • Geistiger Bereich (kognitiv): Mehr Wissen, Zusammenhänge erkennen, vernetztes Denken
  • Körperlicher Bereich (somatisch/ motorisch): Erfahrungswerte, Transfer von Theorie in Praxis
  • Seelischer Bereich (emotional/ affektiv): Verhaltensänderung, situationsgerecht Reagieren, eigene Stärken fördern

Lernziele als Orientierung

Sind Lernziele verfasst, dienen sie als Orientierung für Lernende und die Lehrperson. Voraussetzung dafür ist, dass die Lehrpersonen die Lernziele zu Beginn klar, verständlich und offen kommunizieren.

Lernziele überprüfen

Um das erworbene Wissen zu überprüfen, gibt es unterschiedliche Werkzeuge wie:

  • Nachfragen
  • Diskussionen
  • Verhaltensänderungen beobachten
  • Tests und Lernzielkontrollen

Je nach Thema eignet sich eine andere Variante, oftmals auch Kombinationen davon.

Nachdem nun mit der Lernzielüberprüfung auch noch das Dessert genossen wurde, geht es im nächsten Teil der Serie Unterrichtsvorbereitung um den Aufbau einer Lektion.