Neue Wege gehen und Kultur prägen (Bild: Bellezza87, Pixabay)

Kultur ist Gewohnheit. Wie Störungen sie verändert

Kultur ist, was da ist. Sie ist Gewohnheit. Das, was ich wahrnehme, wenn ich hinhöre und beobachte. Kultur spüre ich: Fühle ich mich sicher, wenn ich Fehler anspreche? Erlebe ich Wertschätzung, wenn ich mich einbringe? Wie erlebe ich das Miteinander? Kultur kann nicht direkt verändert werden; sie ist das Ergebnis von dem, was ist. Doch wie kann ich Kultur weiterentwickeln und mitprägen? Durch Störungen und Irritationen der Gewohnheit.

Bedürfnisse prägen die Kultur

Wir Menschen prägen eine Kultur: In der Familie ebenso wie in einer Organisation. Damit wir als Individuen unseren Beitrag in das grössere Ganze einbringen können, müssen unsere Grundbedürfnisse erfüllt sein. Wir müssen uns wohlfühlen. Die Psychologie kennt vier Säulen, welche das Wohlbefinden positiv beeinflussen (nach Klaus Grawe):

  • Beziehungen (sich nicht allein fühlen)
  • Kontrolle und Selbstbestimmung (das Gefühl haben, etwas bewirken und beitragen zu können)
  • Selbstwert (wie ich bin, werde ich wertgeschätzt)
  • lustvolle Erfahrungen

Die Grundbedürfnisse müssen nicht 24 Stunden erfüllt sein; auch können sie zwischenzeitlich durch andere Lebensbereiche ausbalancieren, etwa die Familie, der Beruf oder ein Hobby. Die Balance ist jedoch wichtig – innerhalb jedes Lebensbereichs sowie insgesamt. Nebst der Selbstverantwortung der Individuen ist es daher im Interesse der Organisationen, die Grundbedürfnisse positiv mitzuprägen.

Werte prägen die Kultur

Wir Organisationen prägen eine Kultur: Jede Gruppe kreiert für das Zusammensein informelle und formelle Normen, Werte, Prinzipien und Strukturen, egal ob Firma, Verein, Familie oder ein Team.

Ebendiese Rahmenbedingungen können durch Bewegungen innerhalb der Organisation hinterfragt, gewürdigt oder verändert werden. Wie kann etwa die Verschiedenheit zugelassen und als Stärke genutzt werden? Wie reagiert die Organisation auf Störungen?

Störungen verändern die Kultur

Kultur ist auch Gewohnheit. Wenn ich daher eine Kultur beeinflussen möchte, benötigt es Störungen. Ungewohntes Verhalten in bisherigen Strukturen. Konkret etwa indem Lösungswege für Probleme neu breiter diskutiert und entschieden werden. Über Werte und Prinzipien wie:

  • Transparenz und offene Kommunikation
  • Partizipation: Einbezug, Mitwirkung bei Entscheidungen und Beteiligung
  • Empathie und Authentizität
  • Unterschiedlichkeit und Agilität
  • Bescheidenheit

Das braucht Mut und die Fähigkeit, Irritation aufgrund der Störung auszuhalten. Aushalten, damit sich neue Wege als Gewohnheit und zukunftsfähige Kultur etablieren können.

PS: Achte auf das Mass. Irritieren heisst nicht «verstören» ;-).

Bild: Bellezza87, Pixabay 


Beitrag veröffentlicht

in

,

von

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert