Kompass (Mario Aranda, Pixabay)

Nachlassstundung: Führung, wenn das Unternehmen gleichzeitig funktionieren und sich neu erfinden muss

Eine Nachlassstundung ist kein Insolvenzverfahren im üblichen Sinne. Sie ist ein gerichtlich gewährter Schutzraum, um ein Unternehmen zu sanieren, ohne es aufzulösen. Dieser Schutzraum hält nur dann, wenn im Innern Klarheit, Rhythmus und Entscheidungsfähigkeit herrschen. Beides gleichzeitig: der laufende Betrieb und die Restrukturierung.

Ich weiss, wie sich das von innen anfühlt, weil ich es gemacht habe.

«Ich arbeite als Interim Manager im Rahmen von Nachlassstundungen in der Schweiz und übernehme temporär Führungs-, Programm- oder Schlüsselrollen, wenn Organisationen Stabilität, Umsetzung und Klarheit benötigen.»

Dr. Dominik Moser, Interim Manager

Was eine Nachlassstundung von einem normalen Turnaround unterscheidet

Eine Nachlassstundung bringt eine Schicht Komplexität, die in normalen Restrukturierungsprojekten nicht existiert:

Das Gericht überwacht. Ein Sachwalter ist involviert. Gläubiger sind Stakeholder mit formalisierten Rechten. Die Öffentlichkeit schaut hin, Mitarbeitende fragen täglich nach der Zukunft, und gleichzeitig muss der operative Betrieb laufen, Entscheidungen fallen und Fortschritt sichtbar werden.

In dieser Konstellation ist Führungskapazität das knappste Gut. Interne Teams sind mit dem Tagesgeschäft ausgelastet. Externe Berater empfehlen. Was fehlt, ist jemand, der operativ Verantwortung trägt und zwischen Betrieb, Gläubigern, Sachwalter und Verwaltungsrat vermittelt.

Direkte Erfahrung aus der Praxis

Die GZO AG Spital Wetzikon hat im Jahr 2023 eine Nachlassstundung nach SchKG beantragt. Schulden von rund CHF 250 Millionen, laufender Betrieb mit 24-Stunden-Versorgungsauftrag, politisch exponierte Trägerschaft aus Aktionärsgemeinden, hohe Medienaufmerksamkeit.

Ich habe als Stv. Programmleiter die Unternehmenssanierung mitgeführt: operatives Sparprogramm über alle Bereiche, Eigenkapitalerhöhung durch die Aktionärsgemeinden, strukturierte Kommunikation gegenüber Sachwalter, Gericht und Öffentlichkeit, operatives Sparprogramm unter laufendem Betrieb. Zeitkritisch, politisch exponiert, voll operativ.

Dieser Hintergrund ist kein theoretisches Wissen. Er ist Erfahrung aus einem der komplexesten Sanierungsverfahren, die ein Schweizer Spital in den vergangenen Jahren durchlaufen hat.

Was ich in einer Nachlassstundung übernehme

Je nach Situation und Phase kommen unterschiedliche Rollen infrage:

  • Interimsleitung Sanierungsprogramm: Gesamtverantwortung für das operative Sanierungsprogramm, Koordination der Teilprojekte, Eskalationsmanagement gegenüber Verwaltungsrat und Sachwalter.
  • CEO oder COO ad interim: Übernahme der operativen Gesamtleitung während der Nachlassstundung, damit die bisherige Führung sich auf strategische Entscheide oder den Übergabeprozess konzentrieren kann.
  • Stabilisierung und Kommunikation: Aufbau eines klaren Berichtsrhythmus gegenüber dem Sachwalter, den Gläubigern und dem Verwaltungsrat. Herstellung von Transparenz als Grundlage für Vertrauen.
  • Brückenmandat: Übergangsführung zwischen dem Auslaufen der Stundung und dem Start unter regulären Bedingungen.

Typische Ausgangssituationen

Eine Nachlassstundung entsteht nicht über Nacht. Die Situationen, in denen ein Interim-Mandat sinnvoll ist, haben meist eines gemeinsam: Die Führungskapazität ist an der Grenze und gleichzeitig steigen die Anforderungen.

  • Das kann eine Organisation sein, in welcher die Refinanzierung nicht gelingt.
  • Ein Spital sein, das unter Tarifrevision und Investitionsstau in die Überschuldung gerät.
  • Ein Dienstleistungsunternehmen, das eine Restrukturierung unterschätzt hat.
  • Oder eine Non-Profit-Organisation unter politischem Druck.

Entscheidend ist nicht die Branche. Entscheidend ist, dass jemand gefragt ist, der den Sachverhalt schnell einordnen und sofort handeln kann.

Arbeitsweise in der Nachlassstundung

Die ersten drei Wochen sind für Orientierung, die Sicherstellung des Betriebs (offene Ausstände dürfen rückblickend nicht bezahlt werden) und erste Prioritätensetzung da. Nicht für Analysen, die niemanden weiterbringen, sondern für eine schnelle, ehrliche Lagebeurteilung: Was ist der aktuelle Stand? Welche Entscheidungen sind blockiert? Wer muss in welchem Rhythmus informiert werden? Und die kann das Sanierungskonzept entwickelt und umgesetzt werden?

Danach folgt ein regelmässiger Steuerungsrhythmus, Standortberichte gegenüber dem Verwaltungsrat oder dem Sachwalter und ein klar definierter Pfad zur Restrukturierung des Betriebs.

Das Mandat ist von Beginn an zeitlich befristet und auf Übergabe ausgelegt. Die Strukturen, die im Mandat entstehen, sollen danach intern tragfähig sein oder nach der Sanierung beendet werden können.

Für wen das sinnvoll ist

  • Für Verwaltungsräte, die eine Geschäftsführung ad interim suchen, die den Sachwalter kennt und mit Gläubigern umgehen kann.
  • Für Sachwalter, die eine operative Führung einsetzen wollen, die Sanierungsprogramme wirklich steuert.
  • Für Aktionäre oder Träger, die in einer Nachlassstundung Transparenz und Handlungsfähigkeit brauchen, nicht nur Berichte.

Verfügbarkeit und nächster Schritt

Kapazitäten für Mandate bestehen ab Sommer 2026. Für erste Abklärungen bin ich bereits jetzt erreichbar.

Schildere mir kurz die Situation, die gesuchte Rolle und den Zeithorizont. Ich antworte mit einer ersten Einschätzung.

Dominik Moser

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Dominik Moser
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